In einer Zeit, in der das Leben in der Schweiz immer teurer wird, suchen wir alle nach Wegen, unser Budget zu schonen. Eine der effektivsten Methoden, um langfristig Geld zu sparen, ist so simpel wie genial: Dinge reparieren statt sie wegzuwerfen. Das Museum.BL in Liestal widmet diesem Thema eine inspirierende Ausstellung mit dem Titel «Fix it! Vom Glück des Reparierens», die kürzlich sogar mit dem Prix Expo 2025 der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) ausgezeichnet wurde.
Vom wirtschaftlichen Zwang zum neuen Lifestyle
Früher war das Reparieren von Gegenständen über Jahrhunderte hinweg eine wirtschaftliche Notwendigkeit und absolut selbstverständlich. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich unsere heutige «Wegwerfgesellschaft», in der wir ständig neu kaufen, nutzen und entsorgen. Die Ausstellung zeigt anschaulich auf, wie absurd dieses Modell im Vergleich zur Natur ist, in der es keinen Abfall gibt, da sich alles ständig verwandelt und erneuert.
Wer lernt, seine Besitztümer zu pflegen und instand zu setzen, schont nicht nur die Umwelt, sondern direkt das eigene Portemonnaie. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Physik, Chemie und Materialwissenschaft helfen uns dabei zu verstehen, welcher Kleber für welchen Kunststoff geeignet ist oder wie ein bestimmter Mechanismus funktioniert. Dieses Wissen ist unverzichtbar, um die Lebensdauer unserer Güter zu verlängern und teure Neuanschaffungen zu vermeiden.
Ein Erlebnis für die ganze Familie
Die Ausstellung ist weit davon entfernt, belehrend oder trocken zu sein. Im Gegenteil: Sie ist frisch, farbenfroh und dynamisch gestaltet. Hier gibt es keinen «erhobenen Zeigefinger», sondern einen spielerischen Ansatz, der Lust aufs Selbermachen macht. Besonders spannend sind die folgenden Aspekte:
• Interdisziplinärer Ansatz: Ein faszinierender Vergleich wird zwischen der Reparatur eines Objekts und der Heilung einer menschlichen Wunde gezogen, was verdeutlicht, dass Reparieren ein ganz natürlicher Prozess ist.
• Interaktive Workshops: Das Museum bietet Räume für den Austausch zwischen den Generationen, in denen Seniorinnen und Senioren ihr wertvolles Reparatur-Wissen an Jüngere weitergeben. Und es können ganz viele Gegenstände selber repariert werden.
• Aufwertung des Alten: Ein reparierter Gegenstand wird nicht als minderwertig angesehen, sondern als ein einzigartiges Einzelstück mit einer Geschichte.
Fazit: Mit einem Lächeln sparen
Ein Besuch in Liestal lohnt sich für alle, die ihren Konsum überdenken und dabei gleichzeitig ihre Ausgaben senken möchten. Man verlässt die Ausstellung nicht deprimiert über den Zustand der Welt, sondern mit dem konkreten Wunsch, zu Hause direkt selbst loszulegen und die eigenen Dinge in Ordnung zu bringen. Nachhaltigkeit und Geldsparen müssen keine mühsame Einschränkung sein, sondern können eine Quelle von Stolz und Freude darstellen.
Analogie zur Vertiefung: Man kann sich den Wert des Reparierens wie die Pflege eines Gartens vorstellen: Wer Unkraut frühzeitig jätet und Pflanzen stützt, statt sie bei den ersten Anzeichen von Schwäche durch teure neue Setzlinge zu ersetzen, erhält mit der Zeit einen kräftigen, wertvollen Garten, der kaum zusätzliche Kosten verursacht.

